MGV Concordia Lohne von 1857 „MGV Concordia ist immer und für alle da“ 150 Jahre Lohner Männergesangverein von Gerd J. Kramer Welche besonderen Vorlieben zeichnen eigentlich einen Chorsänger aus? Das ist schnell aufgezählt: Freude an gemeinschaftlichen Vorträgen und Unternehmungen, etwas Mut für öffentliche Auftritte und Gefallen an harmonischen Klängen. Alle diese Interessen lassen sich auch als Mitglied eines Orchesters verwirklichen, aber dazu müssten Musikinstrumente angeschafft, gewartet, transportiert und gespielt werden können. Preiswerter und weitaus weniger aufwendig ist der Einsatz der eigenen Stimme: Man braucht einen Dirigenten, Notensätze, einen Übungsraum und Gleichgesinnte mit guten Stimmen und kann sich und anderen „..das Leben mit Gesang erheitern und verschönern“. Das gilt heute wie vor 150 Jahren und so waren es im Jahre 1857 sensible, kulturbeflissene und gesellige Männer, die sich um den Junglehrer Adelmann aus Lohne scharten und den Gesangverein Concordia gründeten, wobei sie in ihren Statuten das oben zitierte Motto an die erste Stelle setzten. Kultur durch Selbsthilfe - Anfänge der Chorbewegung Um 1860 lebten die Einwohner der Orte und Gemeinden Südoldenburgs – und nicht nur hier - ziemlich isoliert: Fahrrad und Eisenbahn gab es noch nicht. Als private Verkehrsmittel dienten also die eigenen Füße oder der Ackerwagen, seltener eine Kutsche. Und als staatliche Verkehrsmittel gab es nur wenige Postkutschenlinien; Eisenbahnstrecken entstanden im Amte Vechta erst gegen Ende des Jahrhunderts. Eine öffentliche Elektrizitätsversorgung sollte in Lohne erst ab 1916 eingeführt werden und Telefon und Rundfunk noch später. Als Zeitung gab es 1860 nur das 1833 gegründete „Sonntagsblatt“, vier Seiten stark und immer nur sonntags. Nachrichten flossen also sehr spärlich und verspätet. Wer Abwechslung durch kulturelle Ereignisse wie Konzerte, Theaterstücke, Vorträge oder Liederabende o.ä. haben wollte, musste sie selber produzieren und organisieren. Wegen der schlechten Verkehrslage waren solche Veranstaltungen eher nur lokal zugänglich und überörtliche Sängerfeste oder andere Veranstaltungen – weil nur mühselig zu erreichen – waren eine Besonderheit und eine enorme Belebung auf dem Unterhaltungs- und mehr noch auf dem Heiratsmarkt. Das erste Foto der Concorden stammt denn auch aus dem Jahre 1861 von der Teilnahme an einem solchen Sängerfest in Cloppenburg – 5 Stunden Fußmarsch entfernt. Die Gemeinde Lohne im Großherzogtum Oldenburg hatte 1857 ca. 4400 Einwohner, davon 1200 im heutigen Stadtgebiet. Von den Erwerbstätigen – Familienväter und Ledige ab 14 Jahren – waren ca. 75% in der Landwirtschaft, 7% in Handel und Dienstleistungen und immerhin 18% im „produzierenden Gewerbe“, also in Manufakturen und Fabriken beschäftigt – mehr als anderswo, was zu einem gewissen bescheidenen Wohlstand führte. Es gab insgesamt 5 Schulen mit 6 Klassen, sechs Lehrern und 660 Schülern; die Schule im Ortskern hatte 280 Schüler unter Hauptlehrer Heckmann (Dienstzeit von 1856-91) und dem musikkundigen Junglehrer Adelmann, dem 1. Dirigenten des MGV Concordia; der Chor probte im Vereinslokal Linnemann an der Lindenstraße. „Wir haben keinen Dirigenten mehr“ Ein Junglehrer wird oft versetzt – so auch kurz darauf Dirigent Adelmann - und fraglich ist, ob dann der Nachfolger musikalisch ist und einen Chor dirigieren kann. Im Jahre 1861 hatte der junge Chor bereits den 3. Dirigenten. Aus der Anfangszeit des Chores ist nur wenig überliefert. Immerhin gab er am 5.4.1869 ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten des Lohner Krankenhauses, wovon die „Neue Zeitung“, Nachfolgerin des Sonntagsblattes, in ihrer Ausgabe Nr. 29 berichtet. Aus einem Bericht der „Vechtaer Zeitung“ (Nachfolgerin der „Neuen Zeitung“) vom 29. Mai 1882 über ein weiteres Wohltätigkeitskonzert der Concorden in Lohne ist zu entnehmen, dass das Vereinsleben sogar längere Zeit geruht haben musste, denn die Sänger hatten erst kurz vorher wieder regelmäßige Proben aufgenommen. Inzwischen waren zu den in Goldenstedt (1852) und Lohne (1857) bestehenden Gesangvereinen sieben weitere in Dinklage (1860), Holdorf und Vechta (1861), Visbek (1873), Bakum (1877), Steinfeld (1880) und Langförden (1881) hinzu gekommen und drei dieser Vereine gründeten 1881 in der Gastwirtschaft Zerhusen an der Bahnhofstraße, dem neuen Vereinslokal des MGV Concordia Lohne, den Sängerbund „Harmonia Vechta“, dem nach und nach alle genannten Gesangvereine beitraten. Er verfolgte den „...Zweck, die Pflege des Gesanges zu fördern“, weswegen  „...alljährlich einmal die dem Bunde angehörenden Vereine zu einem Feste sich vereinen“. Diese Initiative und wohl auch der bevorstehende 25. Geburtstag brachten offenbar neuen Schwung in das Vereinsleben der Concorden. Der Verein nahm am 13. Juli 1882 am ersten Bundessängerfest des Sängerbundes „Harmonia Vechta“ in Vechta teil und hat eigens dazu ein Vereinsfoto mit Fahne anfertigen lassen (das heute im Vereinslokal Römann hängt). Dirigent war jetzt nicht ein Lehrer, sondern der Briefträger Bernhard Varnhorn. Dirigent Varnhorn wanderte aber schon 1883 nach Cincinnati aus und so konnte der Verein das ihm zugedachte Bundessängerfest 1884 nicht ausrichten. Varnhorns Nachfolger Lehrer Heinrich Meyer wirkte sehr erfolgreich, wurde aber versetzt, als 1894 die private Bürgerschule, wo er arbeitete, aufgehoben wurde. Auf Klagen der Concorden griff nun die Gemeinde Lohne ein und richtete eine Beschwerde an das Oberschulkollegium in Oldenburg: Nach Lohne kämen entweder nur unmusikalische Lehrer oder die zum Dirigenten tauglichen Lehrer würden zu schnell versetzt. Aufgrund dieser Eingabe wurde 1897 der 24 Jahre alte Lehrer Bernhard Kramer, laut beschwichtigender Ankündigung des Oberschulkollegiums „....einer der besten und fähigsten Musiklehrer überhaupt“ (OV Nr. 77 vom 2.7.1949) in Lohne angestellt. Weil der bisherige Vereinswirt Zerhusen seine Gaststätte schloss, waren die Concorden 1896 zu ihrem neuen Vereinslokal Gasthaus Bernhard Römann an der Marktstraße übergewechselt, wo sie noch heute – in der 5. Generation der Familie Römann - ihr Zuhause haben. Blütezeit und Sängerfeste auf Gut Hopen Das Oberschulkollegium sollte Recht behalten: Lehrer Bernhard Kramer war ein Glücksfall für die Concorden und so begann für sie eine lange Erfolgsära. Bereits 1898 hatte der Chor zahlreiche neue Mitglieder. Der neue Dirigent brachte die Fähigkeiten seiner Sänger auf ein beachtliches Niveau und leitete den Chor überaus erfolgreich bis 1931 (mit kurzer Unterbrechung während des 1. Weltkrieges). Im Vereins- Nachruf anlässlich seines Todes am 7. Juli 1933 steht sogar, dass er „dessen Leistungen zu ungeahnten Höhen steigerte“. Enorme öffentliche Resonanz hatten die Sängerfeste auf Gut Hopen in den Jahren 1912 (31. Bundessängerfest) und 1913 (50 Jahre Concordia) sowie 1929 (43. Bundessängerfest) und im Jahre 1934, als der Chor mit 2 Jahren Verspätung sein 75-jähriges Bestehen feierte. Mit Einsatz von zahlreichen Sonderzügen der inzwischen vorhandenen Eisenbahnlinien Lohne-Dinklage, Bramsche-Lohne- Wildeshausen und Vechta-Ahlhorn wurden sie zu großen Volksfesten mit stoppelmarktsähnlichem Zulauf. Zum 75. Geburtstag des Vereins wurde 1932 auf Gut Hopen ein Jubiläumsfoto gemacht mit dem 1. Vorsitzenden Bernhard Buken, dem neuen Dirigenten Hermann Rießelmann (der bisherige Dirigent Rektor Bernhard Kramer war seit Ende 1931 schwer erkrankt; er starb am 7. Juli 1933) und dem Fahnenträger Franz Dettmer. Aus Altersgründen legten kurz darauf B. Buken und H. Rießelmann ihre Ämter nieder und auf einer außerordentlichen Generalversammlung wurde am 9. Oktober 1934 der Barbier Josef Heseding neuer Vorsitzender, der den Lehrer Anton Wreesmann zum Dirigenten berief. Das Vereinsleben wurde nun massiv beeinflusst von den NSDAP - Machthabern: Der 1. Vorsitzende hieß nun „Vereinsführer“, im Vorstand durften nur solche Sänger sein, gegen die die NSDAP keinen Einwand hatte, jedes Konzertprogramm musste von der örtlichen Parteileitung genehmigt werden und auf den Sängerfesten trat der Kreispropagandawart auf. Viele Sänger traten deshalb aus dem Verein aus oder blieben den Übungsabenden fern und das Protokollbuch des MGV Concordia schließt am 15.2.1936 – wohl eine Art innerer Widerstand gegen die massiven Einflussnahmen von Seiten der Partei- und Gauleitung. Haften geblieben ist aber, dass die Concorden immerhin noch an den Sängerfesten 1937 in Rechterfeld, 1938 in Holdorf und 1939 in Oythe teilgenommen haben. Während des 2. Weltkrieges lag das Vereinsleben völlig danieder und blühte erst 1946 wieder auf. Der neue Schriftführer Tischlermeister Heinrich Tölke berichtet 1947, dass der Chor in schneller Folge die Dirigenten Lehrer Wreesmann, Hauptlehrer Möller, den „Ostvertriebenen“ A. Michelson und dann ab 1947 Hauptlehrer Paul Willenborg hatte, dem es „...durch Fleiss und Ausdauer gelang, das gesangliche Niveau des Chores beträchtlich zu steigern“. Der Chor nahm teil am 1. Sängerfest in der damaligen britischen Besatzungszone im Jahre 1947 in Dinklage; wegen der schlechten Zeiten mussten die Sänger „..Speise und Trank mitschleppen“ und „..es lässt sich denken, wie primitiv noch in diesem Jahr das schönste Fest Südoldenburgs aufgezogen war. Doch den Dinklagern gebührt Dank für die Bereitschaft, in solcher Zeit, dieses Fest angenommen zu haben.“ wie der Chronist Tölke fortfährt. Im nächsten Jahr beim Sängerfest in Holdorf hatte es kurz vorher am 20. Juni 1948 in Westdeutschland die Währungsreform gegeben und der Verlauf des Festes normalisierte sich, es gab nicht mehr nur verdünnten Himbeersaft und Rübenschnaps, sondern auch Wein, Likör und Sprudel. Am 6. Juli 1949 richteten die Concorden das 56. Bundessängerfest in Lohne aus – wieder auf Gut Hopen mit einer Konzertmuschel unter einer riesigen Linde und zwei großen Festzelten. Wegen der ein Jahr vorher erfolgten Währungsreform war allerdings die Vereinskasse sehr geschrumpft. Die Concorden hatten in ihrer (Finanz-) Not flugs eine Operette eingeübt mit dem Titel „Das Walzermädel von Wien“, die sie am 23. , 25. und 30. Januar 1949 im Saale Haskamp (heute Seniorentreff des Ludgeruswerkes Lohne) mit großem Erfolg aufführten und so war die Finanzierung des Bundessängerfestes abgesichert. Concordias 100. Geburtstag und die Zelter-Plakette Im Jahre 1957 wurde der Verein mit dem Vorsitzenden August Eckhoff, dem Vereinswirt Bernd Römann und dem Dirigenten Ludwig Martens 100 Jahre alt. Ganz Lohne feierte mit und es gab einen über einen Kilometer langen Festumzug ,wiederum zum Festplatz bei den alten Linden und Eichen auf dem Gelände der Burg Hopen. Eine Ehrenurkunde vom Deutschen Sängerbund und die Zelterplakette, die dem nach Bonn angereisten Vereinsvorstand vom damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuss dort persönlich überreicht wurde, erinnern an diesen großen Tag. Wegen der besseren Akustik hatte der Sängerbund „Harmonia“ damals eine große und tragfähige Konzertmuschel angeschafft. Sie wurde bei jedem Sängerfest, das im Freien stattfand, aufgebaut und der Dirigent hatte ein eigenes Podest mit Geländer, das vor der Konzertmuschel aufgestellt wurde. Concordias Verbundenheit zum Sängerbund „Harmonia“ Noch im selben Jahr wurde Dirigent Martens versetzt und der junge Clemens Rießelmann übernahm sein Amt. Im Jahre 1963 sprangen die Concorden für die besonders stark von Nachwuchssorgen geplagten Kroger Männer ein und richteten das 70. Bundessängerfest aus, diesmal auf der Freilichtbühne in Lohne. Für das Morgenkonzert hatte man an der Brinkstraße die beiden benachbarten Säle des Sangesbruders Alfred Saafeld („Hotel Deutsches Haus“) und des Lichtspielhauses ausgewählt. Zum Mittagessen waren alle Gesangvereine auf die in Lohne vorhandenen Gaststätten verteilt worden; eine Neuerung, die von allen Beteiligten hoch gelobt wurde, weil ihnen die Hitze eines Festzeltes erspart blieb. Nach dem Festmarsch um 14.30 Uhr fanden das Gemeinschaftschorsingen, die Ehrungen und der Festball mit annähernd 2000 Menschen auf dem Gelände der Freilichtbühne statt und das Fest dauerte bei sommerlichem Wetter bis weit nach Mitternacht. Für das Jahr 1968 war Lohne erneut als Festort ausgewählt worden für die Ausrichtung des 75. Bundessängerfestes – in Erinnerung an die seinerzeitige Gründung des Sängerbundes „Harmonia“ in diesem Ort. Für das vormittägliche Einzelchorsingen wählten die Concorden die Aulen der Realschule und der Handelslehranstalten aus und für den Festball den Schützenhof. Für das Gruppenchorsingen richtete der Verein das benachbarte Gelände um den Aussichtsturm her, wo Stufen angelegt werden mussten für die vortragenden Chöre und Sitzgelegenheiten für Sänger und Gäste. Dabei hatten die Vereinsmitglieder kräftig mitzuwirken, um die Kosten in Grenzen zu halten. Diethelm Hövemann war inzwischen 1. Vorsitzender geworden als Nachfolger des 1965 verstorbenen August Eckhoff und seit Februar 1968 wirkte Alfons Baro als neuer Dirigent (er leitete den Chor erfolgreich und ungewöhnlich lange bis 1990). Wegen des festlichen Anlasses trugen alle Concorden nicht nur schwarzen Anzug, sondern auch noch Zylinder. Aufgelockert wurde das konservative Erschei  nungsbild dieser würdigen Herrenrunde durch zwei kesse Mädchen, welche mit einem kleinen Gedicht jeden Gastchor auf dem Platz vor dem früheren Gebäude der  „Lohner Bank“ begrüßten. Gesteigertes Kulturangebot erfordert Neuorientierung Alle Laienchöre erhielten ab 1960 starke Konkurrenz durch Fernsehen und UKW-Rundfunk: Dort verwöhnten ausgebildete Künstler das Publikum mit anspruchsvoller und professionell vorgetragener klassischer Chormusik – nun auf UKW rauschfrei gesendet. Im Bereich der Unterhaltungsmusik gewannen Schlager an Attraktivität und verdrängten Operetten- und Chorlieder. Auch sorgten veränderte Stundentafeln und neue pädagogische Konzepte in den Schulen für eine Reduzierung der Gesangspflege, so dass mangels unzureichender Ausbildung geschulte Nachwuchsstimmen rar wurden. Im gleichen Maße, wie die Akzeptanz für vorwiegend anglo-amerikanische Schlager und Folksongs stieg, sank das Interesse am selbst gesungenen deutschen Chorlied. So hatte auch der MGV Concordia einen dramatisch zurückgehenden Mitgliederbestand zu verzeichnen: Die Sängerzahl sank von 70 (im Jahre 1949) auf 55 (1957) bis unter 40 (1962), stieg jedoch dank der vereinten Bemühungen des Vorstandes und des jungen Dirigenten Clemens Rießelmann und auch seines Nachfolgers Alfons Baro (ab 1968) wieder auf über 50 an. So konnte der Chor am 27. Juni 1982 mit Kraft und Schwung seinen 125. Geburtstag feiern. Unter seinem Vorsitzenden Aloys Pundt richtete er das 89. Bundessängerfest aus - mit nicht mehr ganz so großer öffentlicher Beteiligung in einem Festzelt auf dem sogenannten „Neuen Marktplatz“ (heute Tiefgarage der Volksbank und benachbarter Parkplatz). Nach morgendlichen Vokalkonzerten auf den Kirchplätzen und dem Festakt um 11.30 Uhr im Festzelt fand das Einzelchorsingen direkt nach dem Mittagessen um 14.30 Uhr auf dem Alten Markt und vor dem neuen Rathaus unter freiem Himmel statt – zum Glück gab es keinen Regen! Schon hier und auch bei den Sängerfesten in den folgenden Jahren zeigte sich aber zunehmend: Eine solch große öffentliche Resonanz wie in früheren Zeiten finden Laienchöre eher nicht mehr und Sängerfeste werden zu Insidertreffen mit schwankender und tendenziell abnehmender Beteiligung der Öffentlichkeit. Es gibt jedoch auch jetzt noch zahlreiche Anlässe, bei denen der Auftritt eines Chores als bereichernd empfunden und gerne gewünscht wird. So ist es beim MGV Concordia ein fester Brauch geworden, dass der Chor jeweils am Volkstrauertag am Gedenkmal für die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt auftritt. Bei der Grundsteinlegung des neuen Ehrenmals an der Marienstraße am 10.9.2000 hat der Verein sich auf einer Urkunde dauerhaft hierzu verpflichtet; die Urkunde wurde in eine Kupferdose eingelötet und in den Grundstein eingelassen. Ebenso hat sich herausgeprägt, dass der Chor jeweils am 2. Weihnachtstag bei der musikalischen Gestaltung des Festhochamtes in der Pfarrkirche St. Gertrud mitwirkt. Auch bei den Veranstaltungen der „Wirtschaftlichen Vereinigung“ in der Vorweihnachtszeit hat der Chor jedes Jahr öffentliche Aufritte im Meyerhof oder auf dem Alten Markt mit Advents- und Weihnachtsliedern. Außerdem treten die Concorden seit 1994 regelmäßig auf bei den „Kulturtagen“ der Stadt Lohne, die im Abstand von zwei Jahren immer im Frühjahr des Jahres stattfinden. Darüber hinaus wurde auf Anregung des 1. Vorsitzenden Friedhelm Heckmann, der seit 1990 sein Amt ausübt, im Jahre 1995 das „Freundschaftssingen aller Lohner Chöre“ ins Leben gerufen, das heute alle zwei Jahre immer am ersten Sonntag im Oktober stattfindet. Es bietet insbesondere für diejenigen der z. Zt. 13 Lohner Chöre, die keinem Verband angehören, eine willkommene Gelegenheit, ihr Können einem interessierten Publikum zu zeigen und ist bei Sängern und Zuhörern sehr beliebt geworden. So fand das nunmehr „7. Freundschaftssingen Lohner Chöre“ am 8. Oktober 2006 vor 560 Zuhörern in der vollbesetzten Aula des Gymnasiums statt und hatte sogar 14 Teilnehmerchöre, weil der Chor „Chorioso“ aus Dinklage mit seinen belebenden Liedvorträgen auch mit dabei sein wollte. Der MGV Concordia singt auch bei Geburtstagen, bei privaten, kommunalen und Firmenjubiläen, bei Grünen und Goldenen Hochzeiten, bei Einweihungen und auch bei Beerdigungen von Sangesbrüdern. Die Gruppe „Bläckföss“ aus Köln hat diesen Sängeralltag herrlich ironisch intoniert mit ihrem Lied „MGV Concordia ist immer und für alle da“ (das die Concorden aus Lohne auf ihrer DVD und auf der CD präsentieren, von denen gleich noch die Rede sein wird). Viele dieser Neuerungen hat der junge Dirigent Frank Sommer angeregt, der seit 1996 sehr erfolgreich als Chorleiter wirkt und (nach wechselvollen Jahren von 1990 – 96 mit drei verschiedenen Dirigenten) nunmehr seit 11 Jahren für kontinuierliche Chorarbeit und Liedpflege sorgt, aber auch zahlreiche moderne Chorlieder in das Repertoire des Chores aufgenommen hat und die Sänger dafür zu begeistern verstand. Im Jahre 2004 richtete der Chor das damalige 111. Bundessängerfest des Sängerbundes „Harmonia Vechta“ auf eine völlig neue Weise aus.: In den letzten Jahren war zu beobachten, dass beim  bisherigen ganztägigen Festablauf an einem Sonntag spätestens ab abends 19.00 Uhr viele Teilnehmervereine den Rückzug antraten nach einem strapaziösen Tag, der um 9.00 Uhr mit dem Festhochamt zu beginnen pflegte; außerdem mussten viele der aktiven Sänger am nächsten Morgen arbeiten. So kam es, dass im teuren Festzelt für 1000 Gäste die teure Kapelle Sonntag abends nur noch vor 90 Teilnehmern spielte, die dann spätestens um 22.00 Uhr sich verstreuten. Die Concorden ließen deshalb das von ihnen gestaltete Sängerfest am Samstagmittag um 13.00 Uhr beginnen, hatten nachmittags in zwei Sälen Chorkonzerte für die Öffentlichkeit und abends ab 19.00 Uhr einen rassigen Festball in lauer Frühsommernacht mit 600 Teilnehmern und fetziger Kapelle; dieser dauerte endlich mal wieder bis nach Mitternacht, weil am nächsten Tag arbeitsfreier Sonntag war. Der neue Festablauf wurde im Sängerbund „Harmonia“ kontrovers beurteilt: Vielen eher konservativ eingestellten Sängern waren die Neuerungen zu weitgehend und auf ihre örtlichen Verhältnisse nicht übertragbar, aber den meisten hatte das Fest in Lohne gut gefallen. Seit 2006 beteiligt sich der Chor mit drei anderen Männerchören aus dem „Wir,vier“-Städtequartett Damme, Diepholz, Lohne, Vechta an einem immer im Mai reihum stattfindenden Benefiz-Konzert unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bürgermeisters und pflegt dabei freundschaftliche Beziehungen zu benachbarten Chören. Beim Konzert am 20. Mai 2007 in der Aula der Realschule war Lohnes Bürgermeister Hans Georg Niesel der Schirmherr und der Chor erhielt  400 € Spenden, die der „Ukraine- Hilfe“ der Bokerner Clique übergeben wurden. Der MGV Concordia setzt neue Medien ein Auftritte, Konzerte und Zeitungsberichte waren und sind die klassischen Möglichkeiten eines Chores, sich öffentlich darzubieten. Der MGV Concordia hat zusätzlich seit 2004 eine Internetseite (www.mgv-concordia- lohne.de), auf der er sich und seine aktuellen Vorhaben vorstellt. Und natürlich hat er sich anlässlich seines Jubiläums fotografieren lassen: Am 2. September 2007 wurden am Lohner Rathaus die offiziellen Geburtstagsfotos des 150 Jahre alten Chores und seines derzeitigen Vorstandes geschossen. Aber der Chor hat noch mehr getan, um sein Jubiläum festzuhalten: War es beim 125. Geburtstag im Jahre 1982 noch eine ausführliche und reich bebilderte Festschrift, die diesem Zwecke diente, so will er sich an seinem heutigen 150. Geburtstag mittels einer DVD und einer CD, also mit Film- und Gesangsaufnahmen des Chores visuell und akustisch präsentieren. Dazu wurde an zwei Wochenenden in den Monaten April und Mai 2007 das Lehrerzimmer des Gymnasiums Lohne wegen seiner guten Akustik zum Tonstudio umfunktioniert. Im Juni folgten die Filmaufnahmen: Eine eigens beauftragte Agentur hatte ein Drehbuch verfasst. Der Chor mietete einen Bus und es wurden Filmaufnahmen zunächst am Aussichtsturm und dann auf dem Hof Scheper-Stuke in Südlohne gedreht, wo das Lied „Diplomatenjagd“ von Reinhard Mey waidmännisch in Szene gesetzt wurde. Hier können nicht alle Fotos gezeigt werden (sie sind im Film auf der DVD zu sehen), aber der Chor war auch noch am Hopener Teich, im Industrie Museum, im Weinkeller von Dehlwisch, im Rathaus, in der Kirche St. Gertrud, an der Wassermühle, im Rathaus, im Vereinslokal Römann und im Rosengarten des 1. Vorsitzenden. Im 150. Jahr seines Bestehens präsentiert also der MGV Concordia Lohne von 1857 lustige, aber auch lyrische oder ernste Lieder, aufgenommen in Bild und Ton auf einer DVD (und zusätzlich auf einer gesonderten CD) zur Maienzeit an markanten Stätten in Lohne und Umgebung. In den Liedpausen werden zahlreiche z.T. bisher unveröffentlichte faszinierende alte und neue Fotos aus der abwechslungsreichen Geschichte dieses traditionsreichen Chores eingeblendet, kommentiert von Franz J. Landwehr und Gerd J. Kramer. Hier ist ein multimedialer Streifzug entstanden durch eineinhalb Jahrhunderte Geschichte eines Laienchores, der alle historisch interessierten, mit Lohne verbundenen Menschen und die Liebhaber des Chorgesanges interessieren dürfte und in die Zukunft weisen soll. Die Geschichte des MGV Concordia Lohne  in einer  Zusammenfassung